FOTOSCHULE - ONLINE.DE             Georg Maria Vormschlag

„Der Anfang zur Wissenschaft der Malerei ist der Punkt“

Leonardo Da Vinci

 

Der Punkt ist ein Kraftzentrum, dessen Macht von seiner Stellung hinsichtlich des

Gesamtwerkes und der Nachbarpunkte und seiner ihm eigenen Grösse und Intensität abhängig ist.

Ein heller Punkt strahlt aus – ein dunkler Punkt konzentriert.

Die Spannung zwischen zwei Punkten entsteht durch Grösse und Abstand.

Zu grosse Nähe und zu grosse Entfernung heben Spannung auf.

Die Grössen bedeuten entweder eine Qualität oder Quantität einer Kraft, die sehr vielfacher Art sein kann.

Gleichgeartete Punkte verbinden sich zu Gruppen, bilden simultane Formfiguren,

ungleiche Punkte sind kontrastgebend.


“Ich habe in grossen Klassen oft die Aufgabe gestellt: In sechs Rechtecke ist gefühlsmässig je ein Punkt hineinzusetzen und zwar so, dass er als guter, gleichgewichtiger Punkt erscheint. Von 20 Schülern kamen 120 Lösungen. Nun musste jeder einzelne der Schüler diejenigen seiner Lösungen bezeichnen, die er als gut anerkannte. Dann kam die Kritik der Klasse. Wenn wir die Probe machten, dann waren alle als gut bezeichneten Lösungen Diagonalpunkte. wer keine Lösung gut hatte, war rückgradverkrümmt oder hatte andere Gleichgewichtsstörungen.”

Johannes Itten im Kapitel “Subjektive Formen” in “VORKURS” S. 181 ff.



Der “gute” und der “schlechte” Punkt:

Der grosse Stein liegt in der Diagonalen und steht im Rhythmus zur dunklen Masse des Körpers.

Die Linien der Wellen bringen Struktur in den oberen Bildbereich.

Linien der Wellen und des Körpers in diagonaler - diagonaler Ordnung.

Ein Beispiel:

Alle Punkte, die in stark betonten Kraftlinien stehen, sind Orte “guter” Punkte.